Caivallon

Mein Weg zu mir selbst
Reise-Momente

Wünschen will gelernt sein

4. Mai 2017

In einem Gespräch mit einem guten Freund ist mir klar geworden, dass ich derzeit gar nicht so recht weiß, was ich überhaupt will, was eigentlich meine Ziele, was meine Wünsche und was meine Träume sind.


Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.
(Hans Kruppa)


Im Moment bin ich also sehr, sehr arm. Früher war ich reich an Träumen und Wünschen. Und reich möchte ich auch wieder sein!

Ich hatte mir vorgestellt, mit meiner Hündin doch noch die Zuchtzulassung zu erwerben und einen Wurf zu machen. Die Wurfkiste war schon ausgesucht, der Zwingername beantragt und der Deckpartner schon so gut wie ausgewählt.  Doch dann kam das Aus sowohl für Sport als auch für die Zucht aufgrund ihrer Rückenerkrankung.

Ich habe mir letztens vorgestellt, mit meinem aktuellen Hundenachwuchs an einer speziellen Prüfung teilzunehmen. Diesen Juli. Also in knapp 2 Monaten. Er ist in seiner Ausbildung aber längst noch nicht so weit, dass wir auch nur eine Chance hätten, diese Prüfung zu bestehen und jetzt steht wieder eine Trainingspause an, um meinen Kopf wieder frei zu bekommen. – Wird also nichts oder nur dann was, wenn ich auch hier wieder die Brechstange ansetze.

Ich hatte mir vorgestellt, zu meinem Geburtstag Anfang April in den Urlaub zu fahren – ohne Verwandte oder Freunde zu besuchen, sondern nur ein paar Tage einfach für uns allein. Tja, und dann kam es, dass beide Autos zeitgleich kaputt gingen und das Urlaubsgeld für deren Reparatur drauf ging.  Damit hatte sich das Thema auch erledigt.


Wo man am meisten drauf erpicht,
gerade das bekommt man nicht.
(Wilhelm Busch)


Davon habe ich noch unzählige Beispiele – Wünsche und Träume, die ich auf Biegen und Brechen und in recht kurzer Zeit umsetzen wollte. Dinge, die ich am liebsten sofort besitzen wollte. 

Nein, nicht wollte, sondern meinte, es zu unbedingt zu müssen!
Weil ich meinte, ohne diese Erfüllung nicht glücklich sein zu können.
Weil ich meinte, ohne diese Erfüllung nicht voran zu kommen. 
Weil ich meinte, ohne diese Erfüllung keine Bestätigung zu haben.

Entsprechend habe ich meine ganze Energie in die Erfüllung gesetzt und entsprechend groß war die Enttäuschung, als es dann doch nicht klappte. Und so ließ mich wie durch einen Sog an Misserfolgen immer weiter in die Tiefe der Unzufriedenheit ziehen.


Wünsche können einen Menschen so sehr beherrschen, dass die Erfüllung des vermeintlich Besten so sehr Bestandteil des Lebens wird, dass man das Wichtigste vergisst … leben.
(Damaris Wiesner)


Genau das ist mir passiert: Meine Wünsche haben mich so beherrscht, dass ich vergessen habe, zu leben. 
In einem düsteren Roman würde es heißen: „Das Negative hat Macht über sie erlangt!“, aber letztendlich ist es genau das, was ich unbewusst gemacht habe – ich habe den negativen Ereignissen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und die positiven Momente unter den Teppich gekehrt. Ich habe zugelassen, dass sich die Achse meines Lebens vom Positiven ins Negative verschoben hat. Mein Fehler war es, die Wünsche nicht als Wünsche oder Träume zu betrachten, sondern sie an mein Bedürfnis nach Bestätigung zu knüpfen. Ich habe sie als Voraussetzung für meinen persönlichen Erfolg gesehen und nicht als das, was sie eigentlich sind: Dinge, die man gerne haben möchte, weil sie einem gefallen oder gut tun würden, aber für das Überleben nicht zwingend notwendig sind.
Mein Fehler war es, mich zu stark auf die Erfüllung der Wünsche zu konzentrieren und mein Wohlergehen von ihnen abhängig zu machen.


Il est grand temps de rallumer les étoiles! *
(Guillaume Apollinaire)


Jetzt, wo ich einen meiner Fehler erkannt habe, die zu meiner aktuellen Schieflage geführt haben, habe ich auch meinen Ansatzpunkt gefunden, um diese Schieflage zu korrigieren.
Die nächsten Tage und Wochen werde ich damit verbringen, mir immer wieder mal Gedanken darüber zu machen, was eigentlich meine Wünsche und Träume sind. Vielleicht erstelle ich auch eine Liste mit diesen Dingen, damit ich sie nicht wieder aus den Augen verliere? Erzähl mal: Hast du so eine Liste? 

* franz. für „Es ist höchste Zeit, die Sterne wieder zu entzünden!“
  1. Liebe Maja,
    „nicht zu bekommen, was man will,
    kann manchmal ein großer Glücksfall sein!“

    In meinem bisherigen Leben habe ich die Erfahrung gemacht, daß diese Weisheit Ihre Berechtigung hat. Ich selbst glaube, daß ich auf beiden Schultern Schutzengel habe. Wenn etwas nicht wie beabsichtigt erfolgt, dann ist es für mich so besser (ganz egal, was es gerade ist).

    1. Liebe Irma,
      an deinem Spruch ist was Wahres dran! Wer weiß, wofür es gut ist, dass manches nicht klappt?
      Ich werde mich jetzt entspannt zurück lehnen und abwarten, ob nicht etwas Besseres zu mir kommt 😊
      Liebe Grüße – auch an deine Schutzengel!

  2. Liebe Maja,
    vielleicht wurde durch die Nichterfüllung etwas Negativ-behaftetes von Dir abgewendet ?
    und das Gute ist schon bei Dir ? …
    einen schönen Sonntag für Dich
    liebe Grüße Irma

    1. Liebe Irma,

      leider kann ich deine Fragen nicht beantworten. Ich habe keinerlei Idee, was Negatives von mir abgewendet werden konnte durch diese vielen negativen Ereignisse. Mit der Zeit werde ich aber die Antworten schon noch finden, da bin ich mir sicher!

      Komm gut in die Woche!

      Liebe Grüße

      Maja

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