Caivallon

Mein Weg zu mir selbst
Gesund leben | Reise-Momente

Verzettelt nochmal!

18. Mai 2017

Letztens hatte ich kurz vor dem Aufwachen noch einen Traum, der mir bis heute im Gedächtnis präsent ist:

„Gemeinsam mit meiner Familie bin ich Essen gegangen. Das Restaurant hatte einen schönen, verschachteltet angelegten Garten mit unzähligen kleinen, reizvollen Wasserspielen, den wir uns gemeinsam nach dem Essen ansahen. An jeder Ecke gab es was zu entdecken – eine Freude für mein Fotografenherz, wie ich bei meinem Rundgang feststellte.
Mir fiel dabei ein kleiner, feiner Springbrunnen auf, der sein Wasser fast nebelartig verteilte. Dadurch schimmerte die Abendsonne – ein Bild, das ich unbedingt einfangen wollte.
Rasch drehte ich mich um, um meine Kamera aus dem Auto zu holen.

An einer Stelle führte der Weg zum Parkplatz über Trittsteine, die in einer Art Teich lagen.
Ich steuerte auf diese Steine zu, um den dahinter liegenden Parkplatz zu erreichen.
In diesem Moment fingen zwei Krebse an, sich zu bekämpfen. Mit spektakulären Stunts schossen sie aus dem Wasser – Genau das, wollte ich auch fotografieren!
Ich flitzte zum Auto, holte hastig die Kamera heraus und versuchte sie mit fliegenden Fingern auf das Dämmerlicht einzustellen, wobei ich aber vor lauter Aufregung, Hektik und Vorfreude auf das tolle Action-Foto immer wieder die Knöpfe verwechselte. Als ich schließlich die Kamera eingestellt hatte, war das Spektakel vorbei und das Wasser glänzte wieder ruhig wie ein Spiegel zwischen den Trittsteinen. Und als ich mich nach dem Springbrunnen umsah, bemerkte ich, dass dieser nun völlig im Schatten lag und der Zauber des Abendlichts in dem feinen Wassernebel verschwunden war.“


Der Mensch aber kann nicht ruhen, er will immer noch was anders.
(Johann Wolfgang von Goethe)


Anstatt mir eines der wundervollen Schauspiele auszusuchen und es zu genießen, wollte ich alles haben – das besondere Licht in dem Brunnen und die spektakulären Stunts der Krebse. Und das am Besten für immer in Form eines perfekten Fotos. Die berühmten drei Dinge, die man auf einmal haben will, aber letztendlich keines davon erhält.
Ich konnte weder das besondere Licht noch die kämpfenden Krebse aufmerksam in mein Album der besonderen Erinnerungen aufnehmen, noch konnte ich den Wunsch nach einem perfekten Foto von diesen Momenten erfüllen.

Diesen Traum kann man auch als Symbol für mein bisheriges Leben sehen: Alles wollen, aber nichts schaffen. Überall mitmachen und dabei die eigenen Wünsche und Pläne nicht umbesetzt bekommen. Zurück bleibt nur das Gefühl, kraftlos auf der Stelle zu treten.

Für mich steht fest: Ich will dieses Auf-der-Stelle-Treten nicht mehr erleben! Ich möchte stattdessen einen persönlichen Fortschritt sehen! Ich möchte sehen, dass sich etwas verändert – sowohl in meiner Komfortzone als auch in meinem greifbaren Umfeld (z.B. im Haus)!

Bleibt nur die Frage: Wie?


Prioritäten zu setzen und die Zeit gut zu nutzen, kann man nicht in Harvard lernen. Viele der Fähigkeiten, auf die es im Leben ankommt, muss man sich selber beibringen.
(Lee Iacocca)


Die Lösung für mein Dilemma ist eigentlich ganz einfach (wie so vieles – man muss nur drauf kommen 😉 ): Ich muss mir das heraussuchen, was mir in diesem Moment am Wichtigsten ist, und mich nur darauf konzentrieren. 
Habe ich zu viele Punkte, die ich auf einmal machen möchte, verzettele ich mich nur, gerate unter Druck und in Hektik und verpulvere letztendlich meine gesamte Kraft, ohne überhaupt etwas zu bewirken (quasi wie ein reißender Fluss, der in seinem Delta versickert).

Ich begebe mich also auf die Suche nach meinen persönlichen Prioritäten. Höre ich in mich hinein, entdecke ich jetzt als erstes den Wunsch nach Schmerzfreiheit und Wohlfühlen. Da ich mich aber nur mit Abwesenheit der Schmerzen wirklich wohlfühlen kann, wähle ich sie als meine oberste Priorität aus. Ich werde mich nun ganz darauf konzentrieren, sie loszuwerden, und alles (ja, wirklich alles!) Andere hinten an stellen!

Ähm, und was ist mit meinem ersten Ziel? Drohe ich mich schon wieder zu verzetteln?
Nein, das denke ich nicht, denn Beides geht Hand in Hand: Bin ich schmerzfrei, bin ich auch eher bereit, mich tagsüber mehr zu bewegen, wodurch ich meinen Energieverbrauch pro Tag erhöhe und damit meine Gewichtsreduzierung weiter voran treibe. Und bewege ich mich mehr, halte ich meine Muskulatur geschmeidig und verhindere weitere Verspannungen, die mich einschränken.

Ich muss „nur“ aufpassen, dass ich meine bisher geänderten Ernährungsgewohnheiten beibehalte und nicht in alte Verhaltensweisen zurück falle. 🙂

Wie sieht es bei dir aus? Kennst du deine Prioritäten oder verzettelst du dich auch gerne mal? 

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